311 Erdgas Brennwerttechnik / Foto: Zukunft Erdgas e.V.

Archiv-News zum Thema Gas 2003 und früher

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Erdgasnetzkunden fordern Systemwechsel beim Netzzugang

Der BDI, der DIHK, der Händlerverband EFET, der VEA und derVIK haben dem Wirtschaftsministerium ihre gemeinsamen Vorstellungenfür die gesetzliche Regulierung des Erdgasnetzzugangsübergeben.

Erdgasnetzkunden fordern Systemwechsel beim Netzzugang

(20. November 2003) - Der BDI, der DIHK, der Händlerverband EFET, der VEA und der VIK haben dem Wirtschaftsministerium ihre gemeinsamen Vorstellungen für die gesetzliche Regulierung des Erdgasnetzzugangs übergeben. Die Verbände erklärten, das Konzept setze die Empfehlungen des Monitoring-Berichts um. Weiter seien die Forderungen der EU-Beschleunigungsrichtlinie berücksichtigt.

In Bezug auf die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wollen die Netzkunden einen Systemwechsel weg vom Kontraktpfadmodell der Gaswirtschaft hin zum Entry-Exit-Netzzugang. Bei der Entflechtung integrierter Gasversorger, bei der Kalkulation der Entgelte, beim Engpassmanagement und beim Speicherzugang zur virtuellen bzw. physischen Erdgasspeichernutzung setzen die Verbände auf gesetzliche Verpflichtungen und Regelungen.

Darüberhinaus wird in dem Konzept (Netzzugang im deutschen Erdgasmarkt) gefordert, dass für die Speichernutzung diskriminierungsfreie Entgeltregeln gelten müssten, bis sich ein funktionierender Wettbewerb auf diesem Gebiet einstelle. Dabei dürfe es nur wenige Regelzonen geben, die außerdem eigentumsunabhängig betrieben werden müssten.

Punkt-zu-Punkt-Modell

Beim Punkt-zu-Punkt-Modell zahlt der Energielieferant transaktionsgebunden die Durchleitung vom Einspeisungs- zum Entnahmepunkt. Der deutsche Gasmarkt basiert auf einem dreistufigen Modell:

  • 1. Stufe: Für den überregionalen Transport zahlt der Gaslieferant abhängig von Entfernung und Grösse der Leitungen ein entsprechendes Entgelt. Die Lieferung erfolgt vom Einspeisungspunkt in eine bestimmte Einspeisungsregion.
  •  2. Stufe: Auf regionaler Ebene gibt es sogenannte Ausspeiseregionen (Zonen). Für die Durchleitung innerhalb einer Region zahlt der Gaslieferant hier ein entfernungsunabhängiges Entgelt (=Komunalbriefmarke). Dieses basierent auf unterschiedlichen Faktoren wie Gasfluss, Gasbeschaffenheiten etc.
  • 3. Stufe: Für die Verteilung an den Endkunden (z.B. im Netz eines Stadtwerks) zahlt der Gaslieferant nochmals ein entfernungsunabhängiges Entgelt (=Kommunalbriefmarke).
Entry-Exit-Modell

Beim Entry-Exit-Modell zahlt der Energielieferant eine Einspeisungs- (=Entry) und eine Entnahmegebühr (=Exit).

Beispiel: Die EU favorisiert dieses Modell für die liberalisierten Gas-Märkte. Hier soll die Einspeisung und Entnahme (zeitlich und sachlich) unabhängig voneinander sein: Der Gaslieferant speist an einem beliebigen Punkt Gas ein (=Entry) und zahlt die lokal fällige Einspeisegebühr. Der Transportweg ist für die Berechnung der Kosten unerheblich. Zu einem andere Zeitpunkt kann dann beliebig Gas an einem verschiedenen Orten entnommen werden (=Exit). Deshalb spricht man auch von einem transaktionsunabhängigen Modell.

Exit-Modell

Bei einem Exit-Modell fallen für den Energielieferanten nur am Entnahmepunkt (=Exit) Kosten an.

Beispiel: Der deutsche Strommarkt basiert auf einem Exit-Modell. Die Einspeisung von Strom in das Stromnetz (=Entry) ist an jedem Punkt kostenlos. Entsprechend wird beim Stromverbrauch (=Exit) eine Durchleitungsgebühr an den jeweiligen Netzbetreiber in Form eines Netzentgeltes fällig.

Neue Leitungen in Bau

Die Ruhrgas und die Wingas bauen je eine Erdgasfernleitung querdurch Baden-Württemberg. Beide Unternehmen investieren je einehalbe Milliarde Euro in das Projekt.

Neue Leitungen in Bau

(16. November 2003) Die Ruhrgas und die Wingas bauen je eine Erdgasfernleitung quer durch Baden-Württemberg.

Pipeline Rohre

Beide Unternehmen investieren je eine halbe Milliarde Euro in das Projekt. Damit wollen beide Firmen die lukrativen Märkte in Frankreich und den Beneluxländern erschließen. Wegen der komplizierten Genehmigungsverfahren rechnet das zuständige Regierungspräsidium in Stuttgart mit dem ersten Spatenstich nicht vor dem Jahr 2004.

Spreizung der Gas-Netznutzungsentgelte überhöht

Der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft hateinen neuen Vergleich der Netznutzungsentgelte im Bereich Erdgasveröffentlicht.

Spreizung der Gas-Netznutzungsentgelte überhöht

(6. November 2003) Der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft hat einen neuen Vergleich der Netznutzungsentgelte im Bereich Erdgas veröffentlicht.Ergebnis: Preisdifferenzen von bis zu 32 Prozent bei der Endverteilung, bis zu 49 Prozent bei der überregionalen Ferngasversorgung und bis zu 87 Prozent bei der regionalen Ferngasversorgung.

Verbraucherbeschwerde erfolgreich: Hamburger Gaspreise stabil

Mindestens bis zum 1. Oktober bleiben die Gaspreise bei derSchleswag, den Hamburger Gaswerken sowie HanseGas stabil und werdenentgegen früheren Meldungen nicht erhöht, hieß esbei den Unternehmen.

Verbraucherbeschwerde erfolgreich: Hamburger Gaspreise stabil

(4. November 2003) Mindestens bis zum 1. Oktober bleiben die Gaspreise bei der Schleswag, den Hamburger Gaswerken sowie HanseGas stabil und werden entgegen früheren Meldungen nicht erhöht, hieß es bei den Unternehmen.

Ob die Gaspreise danach gehalten werden können, blieb offen. Die E.ON-Töchter fusionieren rückwirkend zum Jahresbeginn zur E.ON Hanse. Sie versorgt rund 800 000 Kunden in Schleswig- Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen von Niedersachsen und Brandenburg mit Erdgas.

Der Bund der Energieverbraucher hatte gegen die Erhöhung der Gaspreise Kartellbeschwerde eingelegt.

Hein Gas: Gewinne steigen - Preise werden erhöht

Trotz der günstigen Geschäftslage kündigte Hein Gasan, die Preise für seine rund 700 000 Kunden in dennächsten Monaten zu erhöhen.

Hein Gas: Gewinne steigen - Preise werden erhöht 

(12. Mai 2003) - Die Hamburger Gaswerke (HGW) Hein Gas verbuchten dank kaltenWetters im ersten Quartal 2003 einen Umsatz von 393 Mio. Euro, der deutlich über Plan liegt. Trotz der günstigen Geschäftslage kündigte Hein Gas an, die Preise für seine rund 700 000 Kunden in den nächsten Monaten zu erhöhen. Die HGW hatten zuletzt Anfang des Jahres den Preis für eine kWh um 0,3 Cent erhöht.

Das genaue Ausmaß der Preiserhöhungen ist noch offen. 2002 verkauften die HGW mit 30,5 Mio. kWh 6,9% Erdgas weniger als im Vorjahr. Bei gleichzeitig sinkenden Preisen ging der Umsatz um 11,7% auf 872 Mio Euro zurück. Der Gewinn stieg dank geringerer Betriebskosten von 22,5 auf 30,4 Mio. Euro.

Gas-Verbändevereinbarung geplatzt

Die Verhandlungen zur VV Gas III wurden von der Industrieseiteabgebrochen. Es habe keine Fortschritte in Richtung Wettbewerbgegeben, so VIK und BDI.

Gas-Verbändevereinbarung geplatzt

(22. April 2003) - Die Verhandlungen zur VV Gas III wurden von der Industrieseite abgebrochen. Es habe keine Fortschritte in Richtung Wettbewerb gegeben, so VIK und BDI. Grundsätzlicher Streitpunkt mit den beiden Gasverbänden BGW und VKU ist das Netzzugangsmodell.

Die Industrie setzt auf ein transaktionsunabhängiges Modell und ging mit einer Variante eines Entry-Exit-Modells in die Verhandlungen, die von der Gaswirtschaft als nicht umsetzbar abgelehnt wird. Sie bevorzugt eine Weiterentwicklung des gültigen Punkt-zu-Punkt-Modells.

Der BGW möchte nun eine möglichst kleine Regulierungsbehörde, bei der die Verbände wichtige Funktionen übernehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium drohte, ohne Konsens komme es zu einer umfassenden staatlichen Regulierung.

Russisch gerechnet: 80% der Marge landet im Westen

Das russische Energieministerium kritisiert die Kluft zwischen demPreis, für den das russische Gas nach Europa importiert wird,und dem, für den dieses Gas in Europa verkauft wird.

Russisch gerechnet: 80% der Marge landet im Westen

(1. Januar 2003) Das russische Energieministerium kritisiert die Kluft zwischen dem Preis, für den das russische Gas nach Europa importiert wird, und dem, für den dieses Gas in Europa verkauft wird.

Europäische Importeure bezögen 1000 Kubikmeter Gas für 100 bis 110 US-Dollar pro, die europäischen Endverbraucher müssten 350 bis 400 Dollar zahlen. Fast 80% der Marge zwischen Import- und Absatzpreis lande in den Haushalten europäischer Länder. Ob die Russen einen günstigeren Endpreis wollen oder einen höheren Anteil, wurde nicht gemeldet.

Gaspreise in Dresden im zweithöchsten in ganz Europa

Die Dresdener zahlen laut EU-Statistik die zweithöchstenGaspreise in ganz Europa.

Gaspreise in Dresden im zweithöchsten in ganz Europa

(1. Januar 2003) Die Dresdener zahlen laut EU-Statistik die zweithöchsten Gaspreise in ganz Europa. Ein Privathaushalt mit geringem Verbrauch musste zum 1. Juli 2002 inklusive Steuern 26,23 Euro pro Gigajoule (GJ) ausgeben, so das europäische Statistikamt Eurostat. Teurer war es mit 28,13 Euro nur in Dänemark.

Auch bei Haushaltsverbräuchen über 1000 GJ jährlich belegten die Dresdner den zweiten Platz mit 12,18 Euro pro GJ. Mit bis zu 18 Euro mussten nur die Römer mehr zahlen. Die Dresdner Unternehmen musste ebenfalls hohe Gaspreise zahlen: Inklusive Steuern wurden ihnen bei geringem Verbrauch 11,83 Euro pro GJ berechnet, ohne Mehrwertsteuer waren es 10,19 Euro. Teurer war Gas nur in Neapel mit 11,44 Euro, Rom mit 10,55 und Schweden mit 10,53 Euro, jeweils ohne Mehrwertsteuer.

Eurostat erklärt die hohen Preise in Deutschland damit, dass trotz Liberalisierung immer noch ein oder zwei Firmen in einer Region dominant sind. In Düsseldorf, Stuttgart und Berlin sei Gas ebenfalls deutlich teurer als in den meisten europäischen Städten und Regionen.

Erhöhung der Erdgassteuer am 1.1.2003

Der Erhöhung fehlt die Grundlage, Verbraucher sollten sichdeshalb gegen Preisanstiege zur Wehr setzen.

Erhöhung der Erdgassteuer am 1.1.2003

(27. Dezember 2002) Die Steuer auf Erdgas erhöht sich ab 1.1.2003 um 0,202 Ct/kWh von 0,3476 auf 0,55 Ct/kWh netto. Bei einem Durchschnittsverbrauch von jährlich 20.000 kWh (Gasheizung) macht die Steuererhöhung einen Betrag von 46,86 Euro brutto jährlich aus.

Da der Preis für den Gasimport aus dem Ausland in den vergangenen Monaten deutlich gefallen ist und dadurch Kosten eingespart wurden, fehlt für eine Weitergabe der höheren Erdgassteuer an die Verbraucher die Grundlage. Die Gaspreise dürfen deshalb nicht angehoben werden.

Verbraucher sollten sich gegen Preisanstiege zur Wehr setzen. Die Bundesregierung hat nun schon seit drei Jahren die freie Wahl des Gasanbieters verzögert und wird deshalb von der EU-Kommission vor dem EU-Gerichtshof verklagt.

Höhere Erdgassteuer darf nicht auf Privatverbraucherabgewälzt werden

Eine Weitergabe an die Verbraucher widerspräche dem Prinzipder Ölpreisbindung der Erdgaspreise, das beiÖlpreiserhöhung von der Gaswirtschaft als Argumentherangezogen wird. Denn die Heizölpreise erhöhen sichnicht.

Höhere Erdgassteuer darf nicht auf Privatverbraucher abgewälzt werden

(15. Oktober 2002) Die jetzt beschlossene Anhebung der Erdgassteuer korrigiert die bisherige ungleiche Besteuerung von Heizöl und Erdgas. Die Erdgasverkäufer haben die bisherigen Steuervorteile nicht an die Verbraucher weitergegeben, sondern die Erdgaspreise auf einen mit den Ölpreisen wettbewerbsfähigen Preis erhöht und die Steuerermäßigung als Gewinn verbucht.

Unter Umweltgesichtspunkten hat Erdgas keinen Vorteil gegenüber dem Heizöl und ist deshalb nicht besonders förderwürdig. Der Schwefelgehalt des Heizöls sinkt beständig und ist praktisch nicht mehr emissionsrelevant. Die höheren CO2-Emissionen des Heizöls gegenüber dem Erdgas werden wettgemacht durch die Leckageverluste beim Erdgastransport.

Die jetzt beschlossene Erhöhung der Erdgassteuer vom 3,476 auf 5,50 Euro je Megawattstunde macht je Kilowattstunde Erdgas einen Betrag von 0,202 Cent aus. Der Preis für den Erdgasimport ist aus dem Ausland zwischen Juli 2001 und August 2002 jedoch um 0,23 Cent/kWh gesunken. Der Erdgaspreis für Haushalte ist in diesem Zeitraum genauso gesunken wie der Preis für leichtes Heizöl.

Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert, dass die Erhöhung der Erdgassteuer nicht auf den Erdgaspreis für Privathaushalte aufgeschlagen wird. Eine Weitergabe an die Verbraucher widerspräche dem Prinzip der Ölpreisbindung der Erdgaspreise, das bei Ölpreiserhöhung von der Gaswirtschaft als Argument herangezogen wird. Denn die Heizölpreise erhöhen sich nicht.

Auch ohne eine Kopplung an den Ölpreis sind die Erdgasimporte im letzten Jahr um den Betrag billiger geworden, den jetzt die Erdgassteuer ausmacht. Der Erdgaspreis für Haushalte ist ohnehin im Vergleich zu den Erdgaspreisen für Gewerbe und Industrie weit überteuert. Für die gleiche Gasmenge "eine Kilowattstunde" zahlt ein Haushalt in Deutschland derzeit 4,21 Cent und ein Industrieverbraucher nur 2,11 Cent jeweils incl. MWSt.

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letzte Änderung: 26.04.2017